SPD Hohen Neuendorf

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Milch: Politik muss Marktmacht der Erzeuger stärken

Veröffentlicht am 03.06.2008 in Bundespolitik

Anlässlich des gegenwärtigen Lieferboykotts vieler deutscher Milcherzeuger erklären die agrarpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion Waltraud Wolff und ihr Stellvertreter Wilhelm Priesmeier:

Die Lebensmittelkonzerne müssen begreifen, dass die Versorgung mit qualitativ hochwertiger Milch aus heimischer Produktion dauerhaft nur durch kostendeckende Preise gewährleistet werden kann. Milchbauern arbeiten hart und verdienen eine gerechte Entlohnung ihrer Arbeit. Die Vorkosten für Futter und andere Betriebsmittel sind im vergangenen Jahr drastisch gestiegen und haben die Gewinne bereits aufgezehrt, daher ist die Forderung nach einem höheren Milchauszahlungspreis vollkommen berechtigt.

Nur ein Milchpreis, der deutlich über dem gegenwärtigen liegt, sichert die Existenz unserer deutschen Milchbauern.

Nirgendwo sonst in Europa ist der Einzelhandel auf so wenige Anbieter konzentriert wie bei uns. Die Politik muss dafür Sorgen tragen, dass Landwirte, Molkereien und Lebensmitteleinzelhandel künftig auf gleicher Augenhöhe verhandeln können.

Damit das Angebot der Erzeuger besser gebündelt werden kann, setzt sich die SPD-Bundestagsfraktion für Änderungen im Marktstrukturgesetz ein. Auch müssen wir ernsthaft über eine Novellierung des Wettbewerbsrechts in diesem Bereich nachdenken, damit Molkereien zukünftig gemeinsame Angebote abgeben können. Wir erwarten, dass eine gegenüber dem Lebensmitteleinzelhandel verbesserte Verhandlungsposition der Landwirte und Molkereien zu spürbar höheren Auszahlungspreisen führt.

Hoffentlich verdeutlicht die öffentliche Wirkung des Milchstreiks den Verantwortlichen der Lebensmittelkonzerne nun endlich, dass Milch in den Augen der Verbraucher ein hochwertiges Lebensmittel und eben nicht ein beliebiges Produkt ist, das ausschließlich aus Werbegründe verramscht werden kann.

Trotz der verhärteten Fronten in den aktuellen Auseinandersetzungen gibt es auch Möglichkeiten zur Entspannung der Situation: Modellprojekte zeigen eindeutig, dass Verbraucher bereit sind, einen Preisaufschlag zu zahlen, wenn dieser direkt den Milchbauern zugute kommt. Alle Beteiligte sollten diese Erkenntnis nutzen und zügig geeignete Maßnahmen umsetzen, damit dieser Mehrwert auch tatsächlich auf den Höfen ankommt.

Gleichzeitig appellieren wir an den Berufsstand, geschlossen aufzutreten, um dadurch den Verhandlungserfolg zu sichern.

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