Nach mehrmonatiger Debatte hat die Stadtverordnetenversammlung (SVV) auf ihrer Sitzung am 6.10.2009 eine Änderung der Baumschutzsatzung beschlossen, die Laub-, Nadel- und Obstbäume ab einem Stammumfang von 60 cm in einer Höhe von 130 cm schützt. Dazu sagte die Fraktionsvorsitzende von SPD/FDP Inka Gossmann-Reetz: „Gemeinsam mit anderen besonnenen Stadtverordneten ist es uns gelungen, die Kräfte im Stadtparlament zu bremsen, die die Bürgerinnen und Bürger Hohen Neuendorfs kujonieren und bis ins Privatleben hinein kontrollieren wollen.“
Der mehrfach veränderte Entwurf sah vor, Laub- und Nadelbäume bereits schon ab einem Stammumfang von 30 cm, oder später als Kompromiss angebotene 45 cm zu schützen. So hätten Kleingärtner fürchten müssen, ihre Bäume groß werden zu lassen, weil sie sie „nie wieder los werden“. Folglich wäre schon gefällt worden, bevor sie überhaupt richtige Bäume werden durften. Oder es wäre zu „heimlichen“ Fällungen ohne Genehmigung gekommen. Diese wäre nur mit einem beispiellosen Kontrollaufwand für die Stadtverwaltung oder Denunziantentum unter Nachbarn zu verhindern gewesen.
Abgeordnete und Stadtverwaltung stimmten darüber überein, das die im Lichte von Entbürokratisierung und Liberalisierung 2005 verabschiedete Baumschutzsatzung sich leider nicht bewährt hatte. Diese hat vielfach zu Kahlschlägen auf unseren Grundstücken geführt. So würde die Gefahr bestehen, dass Hohen Neuendorf den Charakter einer Gartenstadt mittelfristig verlieren würde.
Eine interfraktionelle Arbeitsgruppe der SVV hatte einen Entwurf der Baumschutzsatzung erarbeitet, dem alle Beteiligten zugestimmt hatten. „Um so bedauerlicher ist es, wenn ein einmal gefundener Kompromiss besonders von Grünen und Stadtverein in der SVV durch Änderungsanträge immer wieder in Frage gestellt wird,“ kritisierte Inka Gossmann-Reetz. „Das zeugt nicht von politischer Reife, sondern von Kompromissunfähigkeit. Ein solches Verhalten kostet uns alle viel Zeit! Zeit, die uns bei anderen wichtigen Dingen fehlt! Wir würden es begrüßen, wenn Ergebnisse von Arbeitsgruppen als Kompromiss respektiert und als Konsens gesehen werden, der uns alle weiter bringt.“