SPD Hohen Neuendorf

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U-18-Wahl. SPD bei Jugendlichen stärkste Partei

Veröffentlicht am 19.09.2009 in Wahlen

Claudia Pirsch, MAZ vom 19. September 2009

Wenn es nach den unter 18-Jährigen ginge, zögen die Piraten in den Bundestag, nicht aber die NPD

OBERHAVEL - „Ich bin vor zwei Wochen der SPD beigetreten“, erklärte der 14-jährige Marco Eckert. Er ist der Wahlleiter der U-18-Wahl in der Oranienburger Torhorst-Gesamtschule. „Ihr Parteiprogramm hat mich überzeugt und ich glaube auch, dass sie ihre Forderungen so umsetzen können.“ Die 13-jährige Pheline Nehls, eine der insgesamt zehn Wahlhelferinnen an der Schule, lachte ein bisschen darüber. Auch sie hat sich im Rahmen des Unterrichts mit den Parteiprogrammen auseinander gesetzt. „Unsere Arbeitsgruppe sollte das Programm der CDU vorstellen“, berichtete sie. Das fand sie aber eher mittelprächtig. Doch davon lässt sich Marco nicht einschüchtern. Seine Eltern stehen seinem politischen Interesse neutral gegenüber. Es sei seine eigene Entscheidung gewesen, erzählte Marco. Weil er sich mit den politischen Programmen auseinander gesetzt habe.

Ein derart reges Interesse an der Politik ist unter so jungen Menschen eigentlich nicht sehr verbreitet. Aber auch Brigitte Kirschke, Sozialpädagogin der Torhorstschule und Hauptorganisatorin für die Wahl dort, stellte fest, dass das Interesse der Schüler im Zuge der Auseinandersetzung mit der Politik gewachsen sei. „Die U-18-Wahl hat es uns ermöglicht, sich damit einmal intensiv zu befassen“, sagte sie. Gemeinsam mit den Lehrern für Politik und Lebenskunde/Ethik/Religion (LER) habe sie die Schüler auf die Wahl vorbereitet. Die verschiedenen Parteiprogramme wurden hier von den Jugendlichen in Gruppenarbeit durchgenommen und dann den Mitschülern vorgestellt. „Ich glaube, manche Schüler sind jetzt schlauer als ihre Eltern.“

Auch die Rechtsextremen Parteien wurden, so weit dies möglich war, thematisiert. „Einige Schüler haben dann gesagt, sie würden aus Spaß die NPD wählen“, aber da sei sie eingeschritten und habe mit den Schülern geredet. „Aus Spaß etwas wählen zu wollen ist Ausdruck von Unsicherheit“, sagt die Sozialarbeiterin und sie habe den Schülern abgeraten, wählen zu gehen, wenn sie sich unsicher sind.

Aber auch von der praktischen Seite sei die U-18-Wahl eine gute Sache gewesen. „Wir konnten den Jugendlichen auf diesem Weg die Scheu vor dem Prozess der Wahl an sich nehmen“, sagte sie. Sie haben jetzt einmal eine Wahl mitgemacht, wüssten, wie ein Stimmzettel auszufüllen ist und was sie in einem Wahlbüro in etwa erwartet. Für eine Herabsetzung des Wahlalters ist Brigitte Kirschke aber eher nicht. „Die Jugendlichen nehmen das unterschiedlich ernst und die U-18-Wahl hat mich da doch wieder etwas unsicher gemacht“, sagte sie. Allerdings sei das natürlich auch ungerecht gegenüber den jungen Menschen, die das ernst nehmen.

Auch Pheline und Marco, die gestern im Wahlbüro die Namen ihrer Mitschüler abhakten, sind auf diese unterschiedlichen Reaktionen gestoßen. „Am Anfang waren die meisten eher irritiert darüber, an der Wahl teilzunehmen“, erzählte Marco. Gestern seien dann aber doch sehr viele gekommen und hätten ihre Kreuze auf den Stimmzetteln gesetzt. Pheline ist der Meinung, dass man es den Jugendlichen schon zutrauen könnte, auch vor der Volljährigkeit wählen zu gehen. Marco sieht das etwas anders: „Bei den Kommunalwahlen kann man ruhig früher anfangen zu wählen, aber bei den Bundestagswahlen ist 18 schon ganz ok.“

Info Alle Fakten und Ergebnisse rund um die U-18-Wahl sind im Netz zu finden unter www.u18.org

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