SPD will erinnern und gedenken - Mauertote sind keine private Angelegenheit
Die SPD bleibt dabei: Hohen Neuendorf soll den Platz am Kreisverkehr, über den die B96 führt, wie beschlossen nach Marienetta Jirkowsky benennen. Es gebe überhaupt keinen Grund, den Beschluss der SSV rückgängig zu machen, sagte Ortsvereins- und Fraktionschefin Inka Gossmann-Reetz.
Die Vorsitzende weiter: „Die Argumente der Verwaltung sind durchsichtig und falsch. Das Gedenken an die Toten der Mauer ist keine private Angelegenheit. Marienetta Jirkowsky wollte, hier, aus Hohen Neuendorf, aus unserer Stadt in die Freiheit fliehen. Deshalb musste sie sterben. Als Bürger dieser Stadt ist es unsere Pflicht, sich an diese grausame Tat zu erinnern, des Opfers zu gedenken.“
Das ‚private’ Argument, so Gossmann-Reetz weiter, sei falsch: „An Marienetta Jirkowsky wird bereits gedacht: Etwa im Heimatmuseum Reinickendorf, im Rahmen eines Projektes junger Forscherinnen in Oranienburg, ja selbst in Hohen Neuendorf, mit einer Gedenksäule auf der Florastraße. Marienetta Jirkowsky ist bereits eine Person des öffentlichen Lebens. Auch in Berlin. Täglich gehen Tausende an ihrem Weißen Kreuz am Reichstag vorbei. Folge man den Argumenten der Verwaltung, müssten auch diese Gedenken wieder verschwinden. Ein absurder Gedanke. Die Verwaltung muss aufpassen, dass sie sich nicht lächerlich macht.“