Oranienburger Generalanzeiger, 26./27.07.2008
HOHEN NEUENDORF • Als erste Partei in Hohen Neuendorf stellte gestern der SPD-Ortsverein sein Wahlprogramm der Presse vor. Unter dem Motto „Verantwortung für unsere Stadt" wollen die Sozialdemokraten ihr Ergebnis von 2003 verbessern. Damals holte die SPD mit 25,1 Prozent der Stimmen sieben Mandate und wurde zweitstärkste Fraktion im Stadtparlament. „Jetzt wollen wir deutlich mehr Sitze", sagte gestern Spitzenkandidatin Inka Gossmann-Reetz. Die bislang in der Stadt eher unbekannte 39-jährige Hohen Neuendorferin bildet gemeinsam mit Stadtbrandmeister Lutz Tornow aus Bergfelde das Spitzenduo der bislang 19-köpfigen Kandidatenliste.
Vorgestellt wurden gestern im Kaffeehaus Morgenrot nicht nur die drei Wahlplakate, die ab kommender Woche im Stadtbild zu sehen sein werden, sondern auch die Schwerpunkte künftiger sozialdemokratischer Arbeit für Hohen Neuendorf. In einer 15-seitigen Broschüre sind die Ideen, Forderungen und Standpunkte des Ortsvereins dokumentiert. Wichtigster Punkt für die SPD: Sie gibt dem Ausbau der sozialen Infrastruktur Vorrang. „Wir sind aber mehr als eine Sozial- und Schulpartei", unterstreicht Wahlkampfmanager Reik Högner. So will die SPD sich im neuen Parlament unter anderem dafür einsetzen, den sanften Tourismus in der Stadt anzukurbeln. „Der Kultur- und Freizeitbereich im Stadtgebiet muss entwickelt werden", fordert Inka Gossmann-Reetz. Speziell in der Niederheide wollen die Sozialdemokraten Projekte realisieren. So schlagen sie den Bau eines Natur- und Freibades vor, dass mit Havelwasser betrieben wird. Als Standorte kämen das Bollwerk oder auch die leerstehende ehemalige Diabetes-Klinik in Frage. Weiter möchte die SPD Dampferanlegestellen in der Niederheide und in Alt-Borgsdorf haben, damit man mit dem Schiff zur Landesgartenschau in Oranienburg oder auch nach Berlin kommen kann.
Neu im Bereich „Wirtschaft und Arbeit" ist der Vorschlag, das Gelände der ehemaligen Kaserne in Lehnitz - es gehört zu einem Großteil zur Borgsdorfer Gemarkung - gemeinsam mit Oranienburg zu einem Forschungs- und Entwicklungsstandort auszubauen. Im Bereich der S-Bahn-Gemeinden - „der wahre Wachstumskern Oberhavels" - schlägt die Hohen Neuendorfer SPD vor, eine gemeinsame Wirtschaftsförderungsgesellschaft für Stadtmarketing und Tourismus zu gründen. In einer familienfreundlichen Stadt wollen die Sozialdemokraten sich dafür einsetzen, die Schönfließer Straße zu einer „Einkaufsmeile von Kaufland bis zum HDZ" zu entwickeln. Insgesamt versucht die SPD, auf alle Fragen der Kommunalpolitik Antworten zu geben. Das Spektrum reicht von der Kinder- und Jugendpolitik über die Themenfelder Stadtentwicklung, Bauen und Umwelt, Sport, Freizeit, Kultur und Gesundheit und Senioren bis hin zu den Bereichen Ordnung, Sicherheit und Ehrenamt sowie Finanzen.